Der Tod und die Malerin (WA)
"Heben Sie das gut auf, es ist mein ganzes Leben“. Mit diesen Worten übergab die deutsch-jüdische Malerin Charlotte Salomon kurz vor ihrer Deportation in das Konzentrationslager Auschwitz ihr Werk „Leben? oder Theater?“ einem französischen Arzt. Dadurch wurde eine Arbeit gerettet, die in der Kunst- und Kulturgeschichte einmalig ist: Charlotte verfasste im Alter von 23 Jahren eine Autobiografie in 769 Gemälden mit Begleittexten, Szenenanweisungen und Hinweisen auf Musikstücke und fügte alles zu einem „Singespiel“ zusammen. Mit viel theatralem Gefühl, Humor und naiver Weitsicht er innert sich vor dem Hintergrund der Ereignisse der 20er und 30er Jahre in Deutschland und Südfrankreich eine junge Frau an ihr Leben, ihre Familie, das Glück der Liebe, die Offenbarung der Kunst und die untrennbare Verbindung von Leben und Tod. Die Niederlegung ihrer Geschichte in Bildern half Charlotte Salomon, ihre Familiengeschichte, deren beständiger Begleiter der Tod war, zu verarbeiten und dadurch Distanz zu ihr zu gewinnen. Sie trotzte dem Tod und wendete sich dem Leben zu, bevor sie verraten und ermordet wurde.

Mit freundlicher Unterstützung des Fonds Neues Musiktheater.
Nach dem sensationellen Erfolg in der letzten Spielzeit kehrt der in der Presse als „sensibles Gesamtkunstwerk“ 38 gefeierte Ballettabend von Bridget Breiner auf die Bühne des MiR zurück. Die zweidimensionalen Bilder öffnen sich zu einem dreidimensionalen Bühnenraum. Bridget Breiner setzt die in Bild, Text und Musik festgehaltenen Emotionen, Ängste, Überlegungen und Hoffnungen in Bewegung um und erweckt die Bilder der Künstlerin zum Leben. In der vielseitigen Komposition der amerikanischen Komponistin Michelle DiBucci machen die Tänzer des Ballett im Revier und sechs Sänger des Gelsenkirchener Musiktheaters den beeindruckenden, alle künstlerischen Disziplinen überspannenden Lebenskosmos Charlotte Salomons in seiner Gesamtheit fassbar. In der vergangenen Spielzeit zeigte das Kunstmuseum Bochum begleitend zu den Ballettvorstellungen eine Ausstellung mit über 270 Originalen der Künstlerin. Der Katalog ist auch im MiR erhältlich.

„Denn Charlotte Salomon wollte sehen, alles sehen: das ganze Leben, das ganze Leid. Bridget Breiner löst diesen Anspruch in umgekehrter Richtung ein. Sie macht uns Charlotte Salomon sehen, und das auf unvergessliche Weise.“ Süddeutsche Zeitung
Alle Termine:
  • 10. Okt. 2015, 19.30 Uhr

Leben? Oder Tanztheater?

17.02.2015
Süddeutsche Zeitung
Dorion Weickmann

Gelsenkirchens Ballettchefin Bridget Breiner verneigt sich vor der jüdischen Malerin Charlotte Salomon

Das Mädchen sitzt auf einer Badewannenkante, stiert auf die Toilette gegenüber. Wie Blei liegen die Hände im Schoß, wirre Locken hängen ihm ums Gesicht. „Das nennt sich nun das Leben“, denkt das Mädchen. Ein Bild der Verzweiflung: Es hält den Moment fest, in dem das Kind begreift, dass die Mutter nie wieder kommen wird. Eine junge Frau bannt ihn auf Papier, als sie ihren Lebensweg in Form eines gemalten Stationen-Dramas erzählt. 1940 beginnt Charlotte Salomon die zweijährige Arbeit an diesem Bilderbogen. An vielen Stellen montiert sie Sätze und Musikanweisungen hinein, zuletzt schreibt sie den Titel „Leben? Oder Theater? Ein Singespiel“ darüber. Wenig später wird die Schwangere nach Auschwitz deportiert und vergast.

Was von ihr bleibt, ist diese so virtuose wie ergreifende Autobiografie: ein Spiel mit Farben und Lettern, das von fern an van Gogh und Henri Matisse erinnert. Salomon berichtet auf knapp achthundert Blättern von Traumatisierungen – nach dem Freitod von Mutter, Großmutter und Tante, von Antisemitismus und Ausgrenzung. Selten tun sich lichte Augenblicke auf, aber es gibt sie, das Streicheln der Stiefmama, die allererste Liebe. Lässt sich diesem Stoff ein Ballettabend abzwingen? Kann der Tanz dieser Geschichte gerecht werden? Gelsenkirchens Ballettchefin Bridget Breiner hat diese Frage gemeinsam mit der Komponistin Michelle DiBucci im Musiktheater im Revier triumphal beantwortet. Die Uraufführung von „Der Tod und die Malerin“ mutet nie rührselig an. Das dreizehnköpfige Tanzensemble, die fünf Sänger und die Neue Philharmonie Westfalen unter Valtteri Rauhalammi erschaffen ein Oratorium aus Klängen, Stimmen und Körpern, das die Leuchtkraft seiner Vorlage in polyfone Theatersprache übersetzt. Dazu ziehen Charlotte Salomon Bilder auf wechselnden Bühnenprospekten vorüber, als Wegweiser und Begleiter der Choreografie.

Über den Orchestergraben ragt ein Steg in den Zuschauerraum hinein, auf dem eine Tänzerin kauert, der Gevatter Tod bereits lauernd im Nacken sitzt. Kaum hat sich der Vorhang gehoben und fünf riesenhafte, hintereinander gekastelte Fenster ins Sichtfeld geschoben, strebt die Tänzerin vorwärts, um die Welt der Charlotte Salomon lebendig zu machen. Sie beobachtet, arrangiert die Szenen, dirigiert die eigene kindliche Wiedergängerin, die hinter Masken verborgenen Figuren der Verwandtschaft. Führt durch die Chronologie der Ereignisse, vom mütterlichen Freitod über die Wiederverheiratung des Vaters mit einer Sängerin bis zum letzten Familienmahl daheim in Berlin und der Ankunft im südfranzösischen Exil.

Dort steht ein Bett, von dessen Seite das Mädchen nicht mehr weicht. Darin liegt die Großmutter, und die Enkelin legt sich dazu, schiebt ihren Körper auf den der Greisin, beschwichtigend und beschützend. Als könne sie so das Schlimmste verhindern. Doch die Großmutter ist längst entschlossen, sich aus dem Fenster zu werfen und damit den Weg zu gehen, den ihre beiden Töchter schon gegangen sind. Nur einmal verlässt Charlotte den Raum, da schnellt der betagte Leib empor und verfällt in blinde Raserei – ein letztes Aufbegehren, bevor er auf Geisterhänden in die Tiefe gleitet, leblos, die Füße zwischen die Metallstreben des Bettgestells geklemmt. Die Bilder, die Bridget Breiner findet, wirken in ihrer Dringlichkeit und formalen Genauigkeit unabweisbar. Sie setzen das, was Charlotte Salomon auf Aberhunderten Blättern festgehalten hat in Bewegung um. Der Handkuss, den die Arien schmetternde Stiefmutter von ihrem Verehrer empfängt, gerät hier ebenso ins choreografische Fließen wie das gestenreiche Ringen um den Sterbewunsch der Großmutter. Wo Charlotte Salomon in ihren Gouachen die Angst vor der Depression in angewinkelte, die Welt abwehrende Füße übersetzt hat, kehrt dieser Habitus bei Breiner leitmotivisch wieder. Genau wie die hängenden Schultern oder das blaue Kleid, in dem die Selbstporträtistin sich seinerzeit verewigte. Im Mittelpunkt der Aufführung glänzt die phänomenale Kusha Alexi, deren Charlotte immerzu auf dem Grat zwischen Seelenabsturz und Aufstand gegen das übermächtige Fatum balanciert. Obwohl ein Unheil nach dem nächsten heranzieht, bis schließlich die Nationalsozialisten mit Hakenkreuz schlagenden Armen die letzte Hoffnung auf Normalität zunichtemachen. Bridget Breiner, ehedem Solistin des Stuttgarter Balletts, weicht die Grenzen des Klassischen hier weit genug auf, um das Politische jeder Gefälligkeit zu entreißen.

Zuletzt fällt das Mädchen dem Tod in die Arme. Er schleift Charlotte über den Boden, zwingt sie in Beinspreizen, zerrt sie gewaltsam an seine Brust. Das Unvermeidliche vor Augen, hakt sie ihr Knie in die Ellbogenbeuge des großen Schnitters, hindert ihn am finalen Sensenstreich. Stolz bis zum letzten Atemzug, so schreitet sie über den Steg hinunter ins Publikum und befreit sich dabei von den Fingern des Todes, die ihr die Freiheit des Blicks rauben. Denn Charlotte Salomon wollte sehen, alles sehen: das ganze Leben, das ganze Leid. Bridget Breiner löst diesen Anspruch in umgekehrter Richtung ein. Sie macht uns Charlotte Salomon sehen, und das auf unvergessliche Weise. Dorion Weickmann

Oper, Tanz und mehr...

17.02.2015
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (Kultur)
Elisabeth Höving

Das Gelsenkirchener Musiktheater greift ein Schicksal des 20. Jahrhunderts auf und macht das erschütternde Leben der Charlotte Salomon zu Oper, Tanz und mehr.

„Sei guten Muts! Ich bin nicht wild, sollst sanft in meinen Armen schlafen.“ So lockt der Sensenmann in Matthias Claudius‘ Gedicht „Der Tod und das Mädchen“. Unablässig umgarnt der dunkle Gevatter auch das jüdische Mädchen Charlotte Salomon zeit seines kurzen Lebens. Auf die Spuren von Charlottes Biografie setzt sich die Ballett-Oper „Der Tod und die Malerin“, die als packendes Gesamtkunstwerk eine stürmisch umjubelte Uraufführung am Gelsenkirchener Musiktheater im Revier feierte.

Ballettchefin Bridget Breiner choreografierte zur Musik der US-Komponistin Michelle DiBucci einen multimedialen, höchst sinnlichen, bildgewaltigen Reigen. In realen und surrealen Szenen orientiert sich die Produktion an der bitteren Biografie Salomons. Als Tochter einer jüdischen Arztfamilie 1917 in Berlin geboren, prägte der Tod früh ihr Leben. Mutter und Großmutter begingen Selbstmord, die Nazi-Schergen bedrohten bald darauf das Leben der Familie. Im französischen Exil schuf die junge Frau in einem kreativen Rausch ihre Biografie: 769 Bilder und Texte – das Werk „Leben? Oder Theater?“ Kurz vor ihrer Deportation nach Auschwitz, wo sie 1943 in den Gaskammern starb, übergab sie das Buch einem Arzt mit den Worten: „Heben Sie das gut auf, es ist mein ganzes Leben.“

Ein schmaler Steg ragt weit ins Parkett hinein. Hier liegt eine glückliche Charlotte im unschuldigen Mädchenkleid, die Bühne (Jürgen Kirner) ziert eines ihrer Gemälde, eine Meereslandschaft. Kusha Alexi, die virtuos die Titelrolle tanzt, springt ins Bild hinein. Immer an ihrer Seite der Tod, den der Brite Jonathan Ollivier mit geschmeidiger Energie gibt.

Breiner choreografierte eine intensive Melange aus Tanz, Gesang, Musik und Malerei, dazu gibt es Texteinspielungen, Soundeffekte und Videoprojektionen (Philipp Contag-Lada). Masken markieren die Rollen, die wechselnde Tänzer übernehmen. Traum und Wirklichkeit fließen ineinander, Seelenzustände mischen sich mit biografischen Stationen. Dazu charakterisieren sechs ausgezeichnete Sänger des Hauses (Anke Sieloff, Michael Dahmen, Thomas Diestler, Joachim G. Maaß, Piotr Prochera, Lars-Oliver Rühl) die Figuren.

Unter dem aufmerksamen Valterri Rauhalammi spielt ein Kammerorchester der Neuen Philharmonie Westfalen brillant die mal im amerikanischen Big Band-Sound tönende, mal zart vibrierende Komposition, die gespickt ist mit Motiven aus der Klassik. Als Charlotte am Ende wieder auf dem Steg liegt, sanft umarmt vom Tod, feierte das Publikum eine höchst poetische Reizüberflutung, die in ihrer ungeheuren Komplexität den Betrachter stark fordert, will er denn alles enträtseln.

Ab 28. Februar ergänzt das Kunstmuseum Bochum die Gelsenkirchener Produktion mit einer Ausstellung von rund 250 Originalen Charlotte Salomons.

Schon jung im Bann des Todes

15.02.2015
Recklinghäuser Zeitung
Bernd Aulich

In der Kunst wird der Tod oft als Sensenmann geschildert, der auf reiche Ernte hofft. Oder als schauriger Greis, der sich lüstern eines nackten Mädchens bemächtigt. Aber kaum je als lockender Jüngling. So zeigt ihn die Ballett-Oper „Charlotte Salomon: Der Tod und die Malerin“.
Am Musiktheater im Revier (MiR) erlebte das fesselnde Werk der New Yorker Komponistin Michelle DiBucci und der Gelsenkirchener Ballettchefin Bridget Breiner eine umjubelte Uraufführung. Breiner und der großen Schar hochmotivierter Tänzer, Sänger und Musiker ist ein komplexer Abend von seltener Intensität geglückt. Diese Lesart des alten Themas „Der Tod und das Mädchen“ stellt auch ans Publikum hohe Ansprüche. Sie gibt einer Verstummten aus der Millionenschar der von Nazi-Schergen ermordeten Menschen jüdischer Abkunft eine Stimme. 26 Jahre alt und hochschwanger war Charlotte Salomon, als sie 1943 in Auschwitz-Birkenau vergast wurde. In wohlbehüteten Verhältnissen als Tochter eines Chirurgie-Professors in Berlin aufgewachsen, lebte sie in ihrer Kindheit und ab 1939 auf der Flucht vor den Nazis bei den Großeltern im Exil in der Nähe von Nizza noch einmal für eine kurze Zeitspanne auf der Sonnenseite des Lebens.

Doch dieses Leben stand schon früh im Bann des Todes. Die depressive Mutter stürzte sich aus dem Fenster, als Charlotte Salomon neun war. Die Großmutter folgte, als 1940 die Deutschen auch Frankreich überfielen. Dem Wahnsinn nahe, verfiel Charlotte Salomon in einen Schaffensrausch. Durch die Malerei gewann sie Distanz im Blick auf Höhen und Tiefen. 1325 kleinformatige, expressiv aufgeraute Gouachen entstanden. Seelenstudien mit bizarren, auch naiven Zügen, die heute im Jüdischen Museum Amsterdam verwahrt werden. 769 Blätter hat Charlotte Salomon im Exil zu einem nie aufgeführten Singspiel unter dem Titel „Leben? Oder Theater?“ zusammengestellt.

In Philipp Contag-Ladas Videoprojektionen geraten die Bilder ins Fließen. Und es scheint, als träten die Figuren als Tänzer aus ihnen heraus: die als Paulinka bewunderte Stiefmutter, eine Berliner Opernsängerin, deren als Daberlohn verewigter Gesangslehrer, in den sich die Kunststudentin verliebte, oder die Großeltern an der Côte d’Azur. Die Pfefferbäume an der sonnigen Küste erweisen sich als trügerisches Idyll. Bridget Breiner zeigt dieses Leben als Maskenspiel mit Maskeraden für Sehnsucht und Bedrängnis. Und es passt vorzüglich zum Tanz, wie auf Jürgen Kirners Bühne alles schillernd in der Schwebe bleibt.

Die großartige Kusha Alexi führt als Charlotte durch diesen Lebenskosmos. Sie ist Akteurin und Beobachterin mit Jonathan Ollivier im Schlagschatten als Tod. Moritatenhafte Züge gewinnen die Auftritte der fabelhaften Sänger Anke Sieloff, Michael Dahmen, Piotr Prochera, Joachim G. Maaß, Lars-Oliver Rühl und Thomas Diestler. Mit hochkonzentrierter Hingabe widmen sich Kapellmeister Valtteri Rauhalammi und ein 15-köpfiges Kammerensemble der zitatgesättigten, mal elegisch zarten, mal furios auftrumpfenden, wild zerklüfteten Musik voller Anspielungen auf Glucks „Orpheus“ („Ach ich habe sie verloren“), Bizets todgeweihte Carmen und Beethovens Verbrüderungschor aus der „Neunten“, mit französischen Akkordeonklängen und wüsten Gitarrenriffs.

Bewegte Bilder

17.02.2015
Die Deutsche Bühne
Bettina Weber

Tanz und Bildende Kunst zu verbinden ist kein gänzlich neues Metier für die Gelsenkirchener Ballettdirektorin Bridget Breiner: 2007, noch ganz zu Beginn ihrer Karriere als Choreographin, kreierte sie mit Studenten der John-Cranko-Schule eine Arbeit im Stuttgarter Kunstmuseum. Nun hat sie erneut die Nähe zur Bildenden Kunst gesucht, und zwar zu der Malerin Charlotte Salomon, die der Theaterwelt spätestens seit Luc Bondys Uraufführungsinszenierung der Oper „Charlotte Salomon“ von Marc-André Dalbavie bei den Salzburger Festspielen im vergangenen Sommer ein Begriff ist.

Dabei ist es sogar erstaunlich, dass das Werk der Expressionistin für die Bühne erst so lange nach ihrem Tod entdeckt wurde: Im französischen Exil malte die jüdische Künstlerin innerhalb weniger Jahre über 1000 biographisch geprägte Bilder, aus denen sie fast 800 für einen Zyklus mit dem Titel „Leben? Oder Theater?“ auswählte, explizit als Singspiel gekennzeichnet und als theatrale Szenenfolge konzipiert. Immer wieder sind Texte, teils wie Regieanweisungen, in die Bilder hineingeschrieben. Dass ihr Werk sowohl fertiggestellt als auch gerettet werden konnte, ist großes Glück: Im Oktober 1943 wurde sie, gerade einmal 26-jährig, nach Ausschwitz deportiert und ermordet.

In Gelsenkirchen hat Bridget Breiner aus dieser Lebenswerk-Vorlage gemeinsam mit der amerikanischen Komponistin Michelle DiBucci eine spartenübergreifende Ballettoper konzipiert, die Bild, Tanz und Musik vereint. Das Ergebnis ist eine hochkomplexe, aber auch äußerst metaphorisch-sinnliche Arbeit. Drei Figuren aus dem Leben der Malerin werden in der Choreographie explizit herausgehoben, sie sind einzelnen Tänzern zugeordnet. Natürlich sind dies Figuren, die im Leben der Tänzerin prägend waren, und sie tragen im Stück die Namen, die Salomon ihnen gab: Da ist der Charlotte in ihrer Kunst bestärkende Gesangspädagoge Amadeus Daberlohn alias Alfred Wolfsohn (wirbelnd und ausdrucksstark getanzt von Junior Demitre), in den sie sich verliebt, obwohl er eigentlich ein Wegbegleiter ihrer Stiefmutter, der Sängerin Paula Lindberg (hier: Paulinka, getanzt von Ayako Kikuchi) ist. Außerdem umgibt sie von Anfang an wie ein unfreiwilliger Schatten an ihrer Seite der Tod (Jonathan Ollivier). Immer wieder tanzt er mit und neben ihr, er wird sie am Ende einholen, und er ist im Leben schon ein ständiger Weggefährte: Tante, Mutter und Großmutter der Malerin begangen Selbstmord. Weil das Sterben also im Leben der echten Charlotte Salomon so präsent war, nimmt der Tod hier konsequenterweise Gestalt an. Und tänzerisch bekämpft ihn diese Charlotte kaum, als habe sie akzeptiert, dass er zu ihr gehört.

Die größte Herausforderung beim Zuschauen ist an diesem Abend gleichzeitig die größte Qualität: Wo Bild, Bewegung und Musik in ihrer eigenen Vielschichtigkeit einerseits miteinander konkurrieren, da intensivieren sie sich andererseits zu einem extrem kraftvollen Bühnenereignis. Oft werden sehr viele Ebenen gleichzeitig eröffnet: Eine Stimme aus dem Off liest Passagen vor, die offenbar aus der Vorlage stammen, das Publikum sieht die Bilder der Künstlerin auf Vorhängen und Gazen, die oft parallel in fließend ineinander übergehenden Projektionen über die Bühne wandern, davor verkörpern die Tänzer die Inhalte der Bilder. Mitunter stellen sie verschiedene Figuren dar, tragen zweidimensionale, gemalte Masken vor ihren Gesichtern, die wie vergrößerte Ausschnitte der Köpfe aus Salomons Bildern aussehen. Und dann ist da natürlich noch Charlotte selbst, Kusha Alexi tanzt sie grazil, mit Anmut, oft in expressivem, Verzweiflung ausschenkendem Schwung, dann wieder sensibel und verletztlich. Sie, die sich im hellblauen Kleid auch äußerlich unterscheidet von den anderen, deren Kostüme eher wie gemalt aussehen (Bühne, Kostüm und Masken: Jürgen Kirner), schaut manchmal den anderen Tänzern zu, ihren lebendig gewordenen Malereien, schreitet dann gestaltet ein, wird dann wieder durch eine vorgehaltene Maske von anderen Tänzerinnen dupliziert und in die Rolle der Betrachterin zurückgeworfen. Dazu erklingen der reduzierte, aber immer wieder mehrstimmig überlagerte Gesang und die Komposition DiBuccis, die voller Materialtiefen steckt, voller klarer Melodien, aber auch Aufhorch-Momente, Soundeffekte und Geräusche beinhaltet. Den Sinnen wird folglich viel abgefordert, möchte man dem Gehörten in seiner Wirkung nachgehen, zugleich nicht die Anziehung zur oft temporeichen Choreographie verlieren und inhaltlich den biographischen Szenen folgen, diese lassen nämlich auch Assoziationsspielräume für die Details zu – zumal für Zuschauer, die sich vorab nicht intensiv über die Lebensstationen Charlotte Salomons informiert haben.

Insgesamt ist das Zuschauen hier eine angenehm herausfordernde Konsumaufgabe, schwierig wird es eigentlich nur dann, wenn die Mittel, die zur Verbindung der Künste eingesetzt werden, plötzlich ihre eigenen Geschichten erzählen: die Masken, die wunderschön die Zweidimensionalität des Bilder in den lebendigen Tanz mittransformieren, jedoch eine zusätzliche Deutungsebene eröffnen, oder die lesende Stimme aus dem Off, die Orientierung schaffen soll und eher ablenkt als untermalt – vor allem, da die übrigen Worte aus der Vorlage so schön in Gesang übersetzt werden.

Dann aber, und dies sind die stärksten Momente, die es besonders in der zweiten Hälfte nach der Pause gibt, findet alles einen gemeinsamen Fokus und ist konzentriert auf einen Erzählvorgang: Beispielweise in der Szene, in der Charlotte Salomon ihre Großmutter verliert: Wenn sich Francesca Berruto erst hinter der erleuchteten Papierfigur der Großmutter krümmt, ihren inneren Kummer zeigt, dann hinter ihr hervortanzt, auf ein Bett steigt, unter dem schon der Tod in Gestalt von Jonathan Ollivier liegt.

Dies mag der einzige konzeptionelle Haken sein: dass häufig Erzähl- und Deutungsebenen addiert, übereinander geschoben, verkeilt werden und sich dabei in ihrer Wirkung an mancher Stelle etwas gegenseitig im Wege stehen. Weil aber aus der Verbindung von bewegten Bildern, Musik und Tanz vor allem eine gesteigerte Ausdruckskraft erwächst, überwiegt das positive Erstaunen darüber, welch beachtliches Gesamtkunstwerk hier entstanden ist. Am 28. Februar eröffnet das Kunstmuseum Bochum eine Ausstellung mit Bildern aus dem Zyklus „Leben? Oder Theater?“, und Breiners Tänzer werden Teile der Inszenierung im Museum zeigen. So findet alle Erweiterung in seinen Ursprung, das gemalte Bild, zurück.

Ein deutsches Schicksal in düsterster Zeit

17.02.2015
theater pur
Marieluise Jeitschko

Es war eines jener grauenvollen deutschen Schicksale. Die Eckdaten sagen schon viel: geboren 1917 in Berlin, gestorben 1943 in Auschwitz. Dazwischen liegt die Odyssee der deutsch-jüdischen Malerin Charlotte Salomon auf der Suche nach Sicherheit und Geborgenheit. Ihr ständiger Begleiter: der Tod.

Nach dem Selbstmord der Mutter flieht sie vor den Nazis zu den Großeltern nach Frankreich, muss den Selbstmord der Großmutter erleben und die eiskalte Analyse des übergroßen Großvaters, auch sie werde so enden. In einem Aufbäumen gegen das todesschwangere Leben um sie herum entstehen innerhalb von nur zwei Jahren weit über eintausend kleinformatige Gouachen. Blutrot, sonnengelb und ein tiefes Himmelblau waren Salomons bevorzugte Farben. Düstere Töne beherrschen oftmals Hintergrund und Seitenpartien ihrer Bilder. Expressionistisch ist der Stil, die Nähe zu van Goghs gestrichelten Feldern und Wiesen unübersehbar, aber auch der plakative bunte Witz von Comics. Das Herzstück der Sammlung bildet das autobiografische Singspiel „Leben oder Theater?" aus 769 Bildern mit Texten und kurzen musikalischen Zitaten, vorwiegend aus so bekannten Werken wir Glucks „Orpheus und Eurydike" (Ach, ich habe sie verloren), Carmens „Habanera" - und natürlich Schuberts Lied „Der Tod und das Mädchen". Breiner und DiGucci wählten in enger Zusammenarbeit einige Schlüsselszenen aus diesem Singspiel aus und schufen ein eindrückliches Szenario, das im zweiten Teil an Dichte und Intensität gewinnt.

Es ist ein schmaler Grat, auf dem die junge Künstlerin sich bewegt. Weit reicht ein Laufsteg ins Zuschauerparkett. Die grandiose Kusha Alexi - nach dem offiziellen Ende ihres Engagements gastiert sie als Charlotte - reckt und streckt sich, blickt auf den dünnen Papiervorhang, der heitere Ferientage verspricht: Weit reicht das Meer, kleine weiße Schaumkronen hie und da. Allmählich wogt das Wasser, Buchstaben und Worte tauchen aus der Tiefe auf. Plötzlich ist da Bedrohung. Hakenkreuzfahnen, Aufmärsche am 30. Januar 1933, Beginn der Naziherrschaft. Angstvoll durchbricht die junge Frau das Bild, gelangt durch den leicht schräg hängenden Holzrahmen in ihre Bilderwelt, durch die der Tod majestätisch geistert (Jonathan Ollivier) - Bilder ihres Lebens mit Eltern und Kameraden hinter grotesken Masken inmitten dieses Wahnsinns. Zu Valentin Juteaus Solo erklingt der zackige Militärmarsch „Die Fahne hoch..." Wenig später wabern schwarze Rauchschwaden und ätzender Gestank durch den Raum: Kristallnacht (infernalisches Solo von Franscesca Berruto). Eine schöne, aber eher sanfte Carmen in gelber Robe mit langer Schleppe (Mezzosopranistin Anke Sieloff) schreitet über die Bühne, begleitet von einem Pas de deux (Nora Brown, José Urrutia): die Sängerin Paula Lindberg (sehr charmant und elegant geschmeidig tanzend: Ayako Kikuchi) erobert als Charlottes Stiefmutter ihr Herz. In den Gesangslehrer Daberlohn (Junior Demitre) verliebt sie sich Hals über Kopf. Er attestiert ihr eine große Karriere dank ihres „überdurchschnittlichen Talents" - und sie ahnt: „Ich hab' schrecklich wenig Zeit".

Die will sie, geflohen zu den Großeltern, nutzen. Nicht wirklich aus Fleisch und Blut, sondern wie hohle Pappkameraden - zierlich und riesig - treten sie ihr gegenüber. Von fern erklingen Fetzen von „Freude, schöner Götterfunken". Eine Illusion. Bestürzend schnell und grausam folgt der Selbstmord der Großmutter (Rita Duclos) auf einem gusseisernen Doppelbett. Kalt überlässt der Großvater Charlotte sich selbst.

Lange schwebt ein weißes Blatt über der Szene. Schließlich aber beginnt Charlotte ihr Leben in Bildern zu erzählen. Hastig, gehetzt blättert eine Geisterhand durch das dicke Buch, das nun entsteht. Dann bricht das Leben zusammen. In einem wilden Paukentanz mischen sich Flüchtende und Henker. Auf Koffern sitzend, ein Leichentuch straff als Tischplatte haltend und gestikulierend sitzen Maskierte zusammen - eher eine beklemmende denn sarkastisch satirische Reverenz an Kurt Jooss' Antikriegsballett „Der Grüne Tisch". Noch wehrt sich Charlotte gegen die Attacken des Todes (brillanter Pas de deux!). Sie verschließt die Augen, rettet sich auf ihre kleine Insel. Vielleicht kann sie die Balance halten auf dem schmalen Grat und unentdeckt überleben.

Michelle DiGucci hat eine packend theatrale Partitur für Breiners (etwas textlastiges, akustisch unbefriedigendes, aber sonst) großartiges Ballett in der fulminanten Ausstattung von Jürgen Kirner komponiert. Die Neue Philharmonie Westfalen und das Sängersextett musizieren unter Valtteri Rauhalammi leidenschaftlich. Das Ballett im Revier gewinnt immer mehr Profil. Jubel und Respekt des Premierenpublikums waren einhellig für alle Beteiligten.

Ergänzt wird der Theaterabend ab 28. Februar von einer großen Bilderschau im Museum Bochum.

Charlotte Salomon

17.02.2015
Westfälischer Anzeiger
Edda Breski

Die letzten Jahre ihres Lebens hatte sie in Frankreich im Exil verbracht. Dort begann sie in höchster Not – ihre Großmutter hatte sich umgebracht, Salomon und ihr Großvater waren unter dem Vichy-Regime interniert worden – eine Serie von Gouachen, eine verfremdete Biografie in expressionistischen, direkten, farbigen Darstellungen, die sie als Erläuterungen zu einer Art Singspiel mit Theater unter dem Titel „Leben? Oder Theater?“ anlegte. Viele der Bilder sind mit flacher Perspektive, Beschnitten und Schriftelementen Comics ähnlich.

Am Musiktheater im Revier widmet die Ballettchefin Bridget Breiner Salomons Arbeit die Ballettoper „Der Tod und die Malerin“, ein Projekt, das Kunstformen zusammenbringt: die Bilder, Tanz, Gesang, Musik. Die Partitur stammt von der Komponistin Michelle Dibucci, die ebenfalls Gegensätze vereint: Jazz, Mozart, Bizet und Tango, atmosphärische, filmische Musik mit Liegetönen und jähen Dissonanzen. Als Leitmotiv taucht die Arie aus Glucks „Orpheus und Eurydike“ auf: „Ach, ich habe sie verloren“ (gesungen von Anke Sieloff). Die Arie wird komplett gesungen, wieder aufgegriffen, die erste Phrase wird transponiert, von Fagott und Blechinstrumenten verfärbt. Dibucci versteht es, Zitaten eine atmosphärische Wirkung abzugewinnen und daraus etwas Neues zu schaffen. Sie integriert auch ein Männerquintett, das dann am stärksten wirkt, wenn es einfach in den Musikstrom eingebunden wird. Die Neue Philhamonie Westfalen unter Valteri Rauhalammi setzt die Partitur klar und kantig um.

Breiner erzählt Salomons Leben als Begegnung mit dem Tod. Salomon verlor ihre Mutter mit neun Jahren durch Selbstmord. Das verarbeitete sie in ihrer Bilderserie, ebenso wie die neue Beziehung des Vaters. Auf der Bühne treffen sich also eine Biografie und eine fiktionalisierte Biografie. Kusha Alexi tanzt die Charlotte, ein Mädchen voll Sehnsucht im blauen Kleid. Sie sucht Liebe, sie sieht ihr Leben und das ihrer Eltern an sich vorüberziehen. Die malerische Perspektive vermittelt ein Rahmen, der die Bühne umzieht. Auf einem Steg kann Charlotte die Bühne verlassen und ins Publikum treten, als ihre eigene Zuschauerin.

Alexi zeigt eine kraftvolle Darstellung, der auch das Mädchenhafte nicht fehlt, bis hinein in das letzte Duett mit dem Tod (Jonathan Ollivier). Sie tanzt eher modern, die anderen – darunter die leidenschaftlich auftretende Ayako Kikuchi als Charlottes Stiefmutter – mehr (neo-)klassisch, eine Gegenüberstellung, die Breiner auch in anderen Werken einsetzt. Sie trennt die Heldin damit stilistisch von den anderen Figuren.

Breiner bietet ein großes Ensemble auf, zeigt Duette und Gruppenszenen, zitiert einen sentimentalen Salonstil und nähert sich der Neuen Sachlichkeit an. Vor allem verlässt sie sich auf die Kraft von Salomons Bildern. In der zweiten Hälfte schwebt über den Tänzern eine Leinwand (Bühne: Jürgen Kirner). Dort läuft wie ein Daumenkino die Bilderserie rückwärts, als von Charlotte Salomons Exil und Verlust erzählt wird, ein Moment, der mit seiner Suggestionskraft zu den stärksten des Abends gehört. Er ist ein starkes Argument für eine Bühnendarstellung, die mehrere Künste mit ihren Ausdrucksmöglichkeiten zusammenbringt.

Da aber Biografie und fiktionalisierte Biografie nicht getrennt werden, werden viele Szenen abstrakt. Wer das trotz dieses Strukturproblems aus formaler Sicht interessante und dabei oft berührende Stück sehen will, sollte sich unbedingt mit den Bildern vertraut machen. Eine Ausstellung der Serie wird am 28. Februar im Kunstmuseum Bochum eröffnet. Das Musiktheater im Revier hat einstweilen eine Ausstellungs-Box im Foyer aufgebaut, in der die Bilder digital gezeigt werden.

Einfach grandios!

17.02.2015
Ruhr-Nachrichten
Heinz-Albert Heindrichs

Im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen gibt es die Uraufführung eines synästhetischen Gesamtkunstwerks zu erleben, wie man so wohl noch keines je gesehn und gehört hat! Es ist in wenigen Zeilen weder zu berichten noch zu erklären, was Ballettchefin Bridget Breiner da durchdacht, choreographiert und inszeniert hat! Der Jubel des Premierenpublikums war unbeschreiblich, obgleich das, was sich ereignet, traumatisch und rätselhaft bleibt: es muss nicht verstanden, sondern total erfühlt werden - und dass dies komplex gelingt, ist Bridget Breiners große künstlerische Leistung!

Charlotte Salomon (*1917) - Jüdin, studierte Malerei in Berlin; ihre Lebensumstände bringen sie an den Rand des Wahnsinns: sie erlebt den Selbstmord von Mutter und Großmutter, flieht vor den Nazis nach Frankreich und malt dort wie im Rausch über 1000 Bilder, von denen sie 769 auswählt und autobiographisch, wie ein Theaterstück, unter dem Titel „Leben? oder Theater?“ einander zuordnet; es ist ihr Vermächtnis, auf das sich nun die Ballettidee bezieht. Charlotte wird 1943 ins KZ Ausschwitz deportiert und dort ermordet.

Zunächst einmal hat Bridget Breiner die amerikanische Komponistin Michelle DiBucci gewonnen, die Musik zum Ballett zu schreiben: 15 Musiker - mehr Bläser, Schlag- und Tasteninstrumente als Streicher - nicht sinfonisch, sondern eher filmisch erfunden, postmodern und mit klassischen Zitaten durchsetzt (Mozart, Bizet, am Ende Schuberts „Der Tod und das Mädchen)‚ sehr eindrücklich den Bildern Salomons folgend, die, auf Leinwände projiziert, im Bühnenhintergrund vorüberschweben. Um dieses Schauspiel optimal zu erreichen, wurden eigens bekannte Video- und Lichtdesigner (Contaq-Lada und Beecher) engagiert. Und das synästhetische Miteinander von Bild-, Tanz- und Musikregie (Dirigent der Finne Rauhalammi) ist einfach grandios.

Kunstvoll und zugleich verfremdend inszeniert sind die Tänzerinnen und Tänzer, allen voran die beiden Gäste Kusha Alexi (Charlotte) und Jonathan Ollivier (Der Tod). Viele tragen große, bemalte Gesichtsmasken vor sich her und werden, mit den verstörten Augen Charlottes gesehen, zu alptraumartigen Wesen aus ihrer Vergangenheit. Verstehen muss man ein Kunstwerk nicht sogleich; aber das rätselhafte Miteinander der Ereignisse, das hier zu einem Lebensschicksal verdichtet ist, geht einem wohl nicht mehr aus dem Kopf.

Audio: Der Tod und die Malerin (WA)

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BALLETT VON
BRIDGET BREINER
UND
MICHELLE DIBUCCI
NACH DEM WERK „LEBEN? ODER THEATER?“ VON
CHARLOTTE SALOMON
UA 2015
Jonathan Ollivier
Wiederaufnahme
10. Oktober 2015
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