MiR goes Operette Konzertante Aufführung
Kinderballett - Ein getanztes Märchendurcheinander Ballett im Revier
Musical von Franz Wittenbrink
Oper von Richard Strauss In deutscher Sprache
Es ist mutig,mit einer völlig unbekannten Oper eine neue Spielzeit zu eröffnen. Aber eine Meisterleistung ist es, mit ihr einen so einhelligen Jubel zu erzielen, wie ihn das Musiktheater am Samstag erlebte. Überschäumend feierte das Premierenpublikum Roland Schwabs Inszenierung von Isaac Albéniz „Merlin“.
Mit beißender Ironie durchtränkt Intendant Michael Schulz seine mit reichlich Beifall gefeierte Inszenierung … Eine grandiose Leistung gelingt dem Chor in dieser Choroper. Baumann arbeitet mit der Neuen Philharmonie feinste Nuancen, knifflige Rückungen und chromatische Spannung reizvoll heraus.
Da auch gesprochene Dialoge meistens melodramatisch untermalt sind, greifen - trotz des Nummerncharakters der Oper die verschiedenartig gestalteten Szenen ineinander, sodass eine abwechslungsreiche, unterhaltsame, auch Bewegungselemente miteinbeziehende Darbietung entsteht. Komik und Ernst stehen nebeneinander.
Dichtung oder Wahrheit, was am Ende im Foyer, gleich vor den berühmten blauen Yves-Klein-Wänden , in der Regie von Ulla Theißen Uraufführung feierte, war ein bestechendes, faszinierendes Kaleidoskop aus magischen Klängen (Musik Felix Leuschner) und poetischen Texten.
Einen Traumstart legte Bridget Breiner (...) mit ihrem neuformierten „Ballett im Revier“ an Gelsenkirchens Musiktheater im Revier hin. Zu der brüchig heiseren Stimme der französischen Chansonière Barbara auf das Solo Tué von Marco Goecke gab die Ballettchefin selbst eine frappante Kostprobe ihrer meisterhaften Körperkunst.
„Nach drei kurzweiligen Stunden voll prallen Volkstheaters, Walzerseligkeit und tänzerischer Revue feierte das Publikum das Ensemble mit minutenlangem Beifall.“
...Die bohrende Intensität, die schrillen Dissonanzen, die grellen Ballungen, die explosiven Entladungen, die fahlen Farben des Todes, die Lyrismen der Seelenzeichnung und die Fülle an Zitaten – wo hat man sie je so erregend und so differenziert gehört wie in Gelsenkirchen?
Dem Team ist eine authentische, originelle, zum Teil auch unterhaltsame Interpretation gelungen, die ein wenig die Leichtigkeit der Architektur des Theaterbaues und seine Beziehung zur kontrastierenden Gelsenkirchener Außenwelt aufnimmt. Ein spannender Theaterabend auf hohem Niveau.
Gegen die überwältigende Flut szenischer Visionen behauptet sich Brittens vom diabolischen Tritonus durchwirkte, durch harte Dur-Moll-Reibungen geprägte Musik weniger durch unbändige Wucht als durch feine Dynamik und exzellente Balance. Rasmus Baumann als umsichtiger Dirigent des großen Orchesterapparates und Clemens Jüngling als Leiter des Kammerorchesters auf der Bühne zeichnen die Fieberkurven der Musik bestechend transparent mit Herzblut und Akribie nach.
In ihrer ersten abendfüllenden Choreografie stimmt schlichtweg alles. Ihr aus Motiven des Märchens der Gebrüder Grimm gespeistes, mit ausdauernden Klatschmärchen gefeiertes spannendes Handlungsballett ist intelligent erzählt, raffiniert choreografiert, und es wird von den zwölf Tänzern des Balletts im Revier mit höchster Brillanz getanzt.
Das Beste was die Ruhrregion derzeit zu bieten hat.
Und wie musikalisch Verdis verstehend Michael Schulz das Ensemble führt, ist vorbildlich und verdient hohes Lob.
„Am Ende war der Jubel einhellig: für das große Ensemble, für den Chor, das Orchester, den Dirgenten und das Regieteam. Ehe der Vorhang fällt, gelingt Michael Schulz indes ein überraschender, geheimnisvoller, ganz neuer Schluss, den ich nicht verraten und zerreden möchte.“
Mit Bridget Breiner beginnt am Musiktheater im Revier (MiR) ein neues Ballettzeitalter. Zum Einstand der neuen Ballettdirektorin und ihrer zwölfköpfigen neuen Truppe erhob sich das hingerissene Publikum im Großen Haus, um sie mit Ovationen zu überschütten.
(...)Fesselnd, ja beklemmend in ihrer Aktualität, glückt freilich Roland Schwabs mit Jubel gefeierte Inszenierung. Passend zu Albéniz’ Breitwandklang greift Schwab mit Geschick in die cineastische Trickkiste. Eine düstere Szene wie bei David Lynch verschränkt die Zeitebenen des Mittelalters und der Gegenwart.