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WAZ
27.10.2009

"Am 15. Dezember feiert das Musiktheater im Revier am Kennedyplatz seinen 50. Geburtstag. Doch die Geschichte des "MiR", wie das Haus umgangssprachlich genannt wird, beginnt sehr viel früher. So wurden bereits 1914 im Stadtrat die ersten Ideen für den Neubau eines Theatergebäudes gesammelt(...). Lange wurden die Pläne dann jedoch während und nach dem Krieg auf Eis gelegt(...). Erst Anfang der 1950er Jahre wurde der ursprüngliche Gedanke wieder aufgenommen: Der damalige Generalintendant Hans Meissner warb mit Hochdruck für ein neues Domizil für die "Städtischen Bühnen" und baute wieder ein komplettes Opernsensemble auf.(...) 1954 wurde ein Wettbewerb für den Theaterneubau ausgeschrieben. 52 Arbeiten von Architekten wurden eingereicht und gesichtet, den Zuschlag für den Bau erhielt am 24. Januar 1955 schließlich das Architektenteam Werner Ruhnau, Harald Deilmann, Max von Hausen udn Ortwin Rave, das den ersten Preis gewann - für den gläsernen, lichtdurchfluteten Bau, der bis heute als einer der bedeutensten Theaterbauten der Nachkriegszeit gilt und architektonisch seiner Zeit weit voraus griff. Am 22. Juni 1965 legte Oberbürgermeister Robert Geritzmann feierlich den Grundstein für den Theaterneubau.(...) "Bau-Kunst" und "Kunst am Bau" sollten den neuen Theaterbau bestimmen.(...) Die Sensation gelang dem Team allerdings, als Werner Ruhnau im März 1957 in Paris den hierzulande noch kaum bekannten Künstler Yves Klein kennenlernte und ihn für das Projekt begeistern konnte. Auch hier war jedoch eine Ausschreibung zu gewinnen, bevor der Franzose das Foyer des neuen Theaters gestalten durfte - seine monochromen Schwamm-Reliefs haben die von außen sichtbare Innenausstattung des Musiktheaters im Revier allerdings weltweit bekannt gemacht.(...) Das große Haus bietet über 1000 Plätze, das Kleine immerhin noch 325 - und nach den derzeit laufenden Restaurierungsarbeiten dürfte sich die Klangqualität weiter verbessern. So darf man gespannt sein auf den 15. Dezember 2009, wenn das seit 1997 unter Denkmalschutz stehende Haus wiedereröffnet wird..."
Anne Bolsmann
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