Premiere
  • Geschichte
    So fest wie der Glaube ans eigene Talent, so schillernd sind die Träume der Schauspielerin Lola Blau im Wien des Jahres 1938. Vor der großen Karriere in Hollywood lockt zunächst die kleine am Landestheater Linz, wo Lola schon bald ihr erstes Engagement antreten soll. Doch ihre Hoffnung zerbricht jäh, als ihr das Theater per Telegramm die Stellung aufkündigt: Nach dem Anschluss ans Deutsche Reich ist auch in Österreich kein Platz mehr für jüdische Künstler. Überrollt von den politischen Ereignissen flieht sie, die doch stets unpolitisch sein wollte, über die Schweiz nach Amerika, wo sie mit „gewagtem Kostüm“ und frivolen Chansons zur Nachtklub-Berühmtheit aufsteigt. Als Lola nach Kriegsende in ihre Heimat zurückkehrt, muss sie feststellen, dass sich auch nach der Entmachtung der Nationalsozialisten an den politischen Verhältnissen in Wien nicht viel geändert hat. „Lola Blau ist sehr lieb. Sie will eigentlich nichts, als ein bisschen tanzen und singen und ihrem Publikum Freude machen. Aber sie muss einsehen, dass es nichts nützt, nur einen kleinen bescheidenen Platz an der Sonne erhaschen zu wollen.“ So beschreibt Georg Kreisler selbst die Titelheldin seiner Anfang der 70er Jahre gedichteten Stationen-Revue. Die Auseinandersetzung mit der politischen Verantwortung des Künstlers beschäftigte Kreisler Zeit seines Lebens, doch über die Jahre schwand seine Zuversicht in die Wirksamkeit eines politisch motivierten Kunstschaffens: „Es hat keinen Sinn mehr, Lieder zu machen, statt die Verantwortlichen niederzumachen“, legt er dem Protagonisten seines 2002 uraufgeführten Ein-Mann-Musicals „Adam Schaf hat Angst“ am Ende des Stückes illusionslos auf die Lippen.
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